WILLEM C. VIS – International Commercial Arbitration Moot Court


Der Vis Moot Court in Wien wird vom Verein zur Veranstaltung und Förderung des Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot organisiert in Zusammenarbeit mit UNCITRAL (United Nations Commission on International Trade Law), renommierten Schiedsinstitutionen und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Wien. Schiedsrichter des Wettbewerbs sind Richter, Anwälte und Professoren aus der ganzen Welt. Ziel des Moot Courts ist es, das Studium von internationalem Zivil- und Handelsrecht und Streitschlichtung für Streitigkeiten im internationalen Business-Bereich durch die konkrete Anwendung eines Problems zu unterstützen.

Im Rahmen des über sechs Monate dauernden Wettbewerbs zum internationalen Kaufrecht und Schiedsverfahrensrecht müssen die Teilnehmer sehr gute Recherchekenntnisse, hervorragende Argumentationsfähigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe sowie Teamfähigkeit beweisen. 

Die Studierenden erarbeiten zunächst gemeinsam komplexe englische Schriftsätze, die einer internationalen Jury vorgelegt werden. Im Anschluss daran liegt der Fokus auf der Präsentation ausgefeilter und auf den Punkt gebrachter Vorträge zu den wichtigsten rechtlichen Problemstellungen.

Probeverhandlungen, Übungen und vorbereitende Wettbewerbe zum Moot Court in Wien finden im Vorfeld regelmäßig in verschiedenen europäischen Städten statt. Eine Teilnahme am Vis Moot Court ist Studierenden erst nach Beendigung des Studiengangs am Europa-Institut möglich.

Der Vis Moot

Von Oktober bis Februar verfassten die teilnehmenden Teams zwei Memoranden – eines für den Kläger und eines für den Beklagten als Reaktion auf ein Klägerprotokoll eines konkurrierenden Teams. Die Studierenden stellten ihre juristischen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht nur durch das Studium und die Anwendung des rechtlichen Rahmens unter Beweis, sondern auch durch das Finden der überzeugendsten Argumentationsweise dar. Eine internationale Jury bewertete die Memoranden zu rechtlichen Argumentationen, Stil und Präsentation.

Ab Februar ging der Wettbewerb in die mündliche Phase über. Die Studenten (zwei für jede Seite) verbesserten ihre mündlichen Lobbyarbeitsfähigkeiten, indem sie ihre Argumente in 15-minütigen Plädoyers darlegten. Um die Plädoyer-Technik zu verbessern und zu vertiefen, traten die Studenten während der Praxisrunden gegen Teams anderer deutscher, europäischer und internationaler Universitäten in Frankfurt, Köln, Stuttgart, Zenica (Bosnien) und Belgrad an juristischen Fakultäten und lokalen Anwaltskanzleien an.

Die finalen Verhandlungen fanden vom 11. bis 18. April 2019 in Wien statt, in denen das Team an insgesamt vier mündlichen Anhörungen gegen Universitäten aus Frankreich, Brasilien, den Niederlanden und Spanien teilnahm. Sie schlüpften in die Rolle von Anwälten und brachten Plädoyers in englischer Sprache vor ein dreiköpfiges Schiedsgericht.


 

Die Teilnahme an diesem internationalen Moot-Wettbewerb ermöglicht es den Studierenden, ihre juristischen Fähigkeiten und ihr persönliches Auftreten zu perfektionieren. Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, sich als internationaler Anwalt weiter zu entwickeln. Darüber hinaus können die Studierenden auch auf internationaler Ebene Kontakte und langfristige Freundschaften knüpfen und so die Universität des Saarlandes und das Europa-Institut über viele Landesgrenzen hinweg bekannt machen.

Das Team wurde von Prof. em. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Rüßmann, Dipl. iur. Anja Neufing und Pieter Van Vaerenbergh, LL.M. betreut.

Danksagung

Die Teilnahme und die Reisen wurden ermöglicht durch eine Spende der Universitätsgesellschaft aus dem Nachlass von Wilhelm Pelletier, Mitteln der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes sowie durch eine Spende der Stiftung ME Saar, eine Spende des Moot-Teams 2017/18, Spenden der SHS Stahlholding Saar, Noerr LLP und der Flegl Rechtsanwälte GmbH. Professor Stefan Weber, Rechtsanwalt in Wien und Dozent am Europa-Institut, unterstützte das Team vor Ort aktiv. Darüber hinaus unterstützten die Fakultätsprofessoren Stefan Weth und Markus Würdinger die Aktivitäten des Moot-Teams großzügig. Das Team dankt an dieser Stelle allen Unterstützern, ohne die eine Teilnahme nicht möglich gewesen wäre.

Bericht von Pieter Van Vaerenbergh


Großzügige Spende vom "alten" ans neue Vis Moot Team

Die Teilnehmer des Vis Moot Courts 2018 erhielten im Rahmen der Eröffnungsfeier des Europa-Instituts den Preis der ASKO-EUROPA-STIFTUNG, der in diesem Jahr mit 1.200 Euro dotiert war. Den Preis überreichte Klaus-Peter Beck, Vorsitzender des Kuratoriums der ASKO EUROPA-STIFTUNG an die vier Mitglieder des VIS Moot Teams 2018 den ehemaligen Studierenden des Masterprogramms im Europäischen und Internationalen Recht Aliz Káposznyák aus Ungarn, Andrés Eduardo Alvarado Garzón aus Kolumbien und Pieter Van Vaerenbergh aus Belgien gemeinsam mit der Studierenden des deutschen Rechts Selina Stachowitz. Betreut wurde das Team von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. em. Helmut Rüßmann, Ass. iur. Ben Köhler und Dipl. iur. Anja Neufing. Aliz Káposznyák wurde mit einer sog. „honourable mention“ für besonders hervorragende individuelle Sprecherleistungen einer Teamsprecherin ausgezeichnet und konnte sich durch überragende Sprecherqualitäten und Verhandlungsgeschick von der Masse abheben. Sie zählte damit zu den besten Sprechern des Wettbewerbs.

Wie auch im letzten Jahr spendete das Team postwendend die Hälfte ihres Preisgeldes an das neue Team, das 2019 am 26. Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot teilnehmen wird, damit sie an noch mehr Pre-Moots teilnehmen können. Wir wünschen dem neuen Team alles Gute und bedanken uns bei dem "alten" Team für die großzügige Spende!

 


Filip Matković : "The Vis Moot is a great experience for anyone who aspires to work in the field of arbitration. It gives an insight on the workload expected, research and knowledge required and time needed to be sacrificed in orderr to fully analyse a case and represent your client as best as possible. This year we have received an "honourable mention" for our Respondent memorandum which made us very proud and has shown us once again that hard work does pay off".