Honorable Mention für Team des Europa-Instituts beim 26. Vis Moot

Im Jahr 2019 entsandte die Universität des Saarlandes erneut ein Team zum 26. Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot in Wien. Anlässlich der 15. Teilnahme an diesem Wettbewerb präsentierte ein Team von sechs Studierenden aus dem Saarland seine Argumente erfolgreich vor einer internationalen Jury in einem fiktiven Fall in einem Schiedsverfahren.

 

Das diesjährige Team bestand aus den Masterstudenten des Europa-Instituts Afolabi Adekemi, Filip Matković, Tamar Shvelidze, Viktorija Rajić, Xingyan Ren und Vishakha Choudhary. Sechs Monate lang haben sie gemeinsam den Fall vorbereitet.

Als Ergebnis dieser produktiven Teamarbeit wurde die Universität des Saarlandes für ihr schriftliches „Memorandum for Respondent“ mit einer sogenannten Honorable Mention ausgezeichnet. Damit zählt das Team zu den Top 10% der 378 teilnehmenden Universitäten aus aller Welt aufgrund ihrer sehr guten Forschungskenntnisse, ihrer ausgezeichneten drafting skills und ihrer Fähigkeit, eine überzeugende Argumentation zu entwickeln.

Über den Vis Moot

Vis Moot bezieht sich jedes Jahr auf einen Streitfall, der sich aus einem Kaufvertrag zwischen zwei Parteien in verschiedenen Ländern ergibt, die dem UN-Übereinkommen über Verträge über den internationalen Warenkauf beigetreten sind. Die Parteien vereinbarten, ihren Konflikt durch ein Schiedsverfahren zu lösen. Die anwendbaren Schiedsregeln ändern sich jährlich. Im Jahr 2019 wurden die Regeln des Hong Kong International Arbitration Centre angewandt.

Der Vis Moot

Von Oktober bis Februar verfassten die teilnehmenden Teams zwei Memoranden – eines für den Kläger und eines für den Beklagten als Reaktion auf ein Klägerprotokoll eines konkurrierenden Teams. Die Studierenden stellten ihre juristischen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht nur durch das Studium und die Anwendung des rechtlichen Rahmens unter Beweis, sondern auch durch das Finden der überzeugendsten Argumentationsweise dar. Eine internationale Jury bewertete die Memoranden zu rechtlichen Argumentationen, Stil und Präsentation.

Ab Februar ging der Wettbewerb in die mündliche Phase über. Die Studenten (zwei für jede Seite) verbesserten ihre mündlichen Lobbyarbeitsfähigkeiten, indem sie ihre Argumente in 15-minütigen Plädoyers darlegten. Um die Plädoyer-Technik zu verbessern und zu vertiefen, traten die Studenten während der Praxisrunden gegen Teams anderer deutscher, europäischer und internationaler Universitäten in Frankfurt, Köln, Stuttgart, Zenica (Bosnien) und Belgrad an juristischen Fakultäten und lokalen Anwaltskanzleien an.

Die finalen Verhandlungen fanden vom 11. bis 18. April 2019 in Wien statt, in denen das Team an insgesamt vier mündlichen Anhörungen gegen Universitäten aus Frankreich, Brasilien, den Niederlanden und Spanien teilnahm. Sie schlüpften in die Rolle von Anwälten und brachten Plädoyers in englischer Sprache vor ein dreiköpfiges Schiedsgericht.

Die Teilnahme an diesem internationalen Moot-Wettbewerb ermöglicht es den Studierenden, ihre juristischen Fähigkeiten und ihr persönliches Auftreten zu perfektionieren. Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, sich als internationaler Anwalt weiter zu entwickeln. Darüber hinaus können die Studierenden auch auf internationaler Ebene Kontakte und langfristige Freundschaften knüpfen und so die Universität des Saarlandes und das Europa-Institut über viele Landesgrenzen hinweg bekannt machen.

Das Team wurde von Prof. em. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Rüßmann, Dipl. iur. Anja Neufing und Pieter Van Vaerenbergh, LL.M. betreut.

Danksagung

Die Teilnahme und die Reisen wurden ermöglicht durch eine Spende der Universitätsgesellschaft aus dem Nachlass von Wilhelm Pelletier, Mitteln der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes sowie durch eine Spende der Stiftung ME Saar, eine Spende des Moot-Teams 2017/18, Spenden der SHS Stahlholding Saar, Noerr LLP und der Flegl Rechtsanwälte GmbH. Professor Stefan Weber, Rechtsanwalt in Wien und Dozent am Europa-Institut, unterstützte das Team vor Ort aktiv. Darüber hinaus unterstützten die Fakultätsprofessoren Stefan Weth und Markus Würdinger die Aktivitäten des Moot-Teams großzügig. Das Team dankt an dieser Stelle allen Unterstützern, ohne die eine Teilnahme nicht möglich gewesen wäre.

Bericht von Pieter Van Vaerenbergh