Universität des Saarlandes wird "Europäische Hochschule"

Zusammen mit mehreren Partnern wird die Universität des Saarlandes eine sogenannte "Europäische Hochschule". Die EU-Kommission hat weitere 24 Hochschulkonsortien als "Europäische Hochschulen" ausgezeichnet und wird diese für ihre Vorhaben in den kommenden drei Jahren mit jeweils fünf Millionen Euro fördern.

Der Universität des Saarlandes ist es gemeinsam mit Partnern aus sechs weiteren europäischen Staaten gelungen, mit ihrem Projekt "Transform4Europe – T4E" zu überzeugen. 62 Konsortien mit insgesamt 165 Hochschulen aus ganz Europa hatten für die Auszeichnung einer „Europäische Hochschule“ ihre Konzepte eingereicht. Aus einer ersten Antragsrunde werden seit 2019 bereits 17 Allianzen gefördert.

Die EU-Kommission hat weitere 24 Hochschulkonsortien als "Europäische Hochschulen" ausgezeichnet und wird diese für ihre Vorhaben in den kommenden drei Jahren mit jeweils fünf Millionen Euro fördern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die deutschen Partnerhochschulen in diesem Programm mit weiteren Projektmitteln.

Innerhalb der Allianz T4E arbeiten sieben Partner zusammen: Neben der Universität des Saarlandes sind die Universität Alicante (Spanien), die Estnische Kunstakademie in Tallinn (Estland), die Schlesische Universität in Kattowitz (Polen), die Universität St. Kliment Ohridski in Sofia (Bulgarien), die Universität Triest (Italien) und die Vytautas Magnus Universität in Kaunas (Litauen) zu nennen.

Im Rahmen des Hochschulverbundes wird mit "Transform4Europe – T4E"  das Ziel verfolgt, eine neue Generation von jungen, kreativen Europäerinnen und Europäern zu fördern, die interdisziplinär, in den unterschiedlichsten Sprachen und über nationale Grenzen hinweg zusammenarbeiten und dafür digitale, interkulturelle und unternehmerische Kenntnisse erwerben. Diese sollen sie befähigen, die notwendigen Transformationsprozesse in Europa zukünftig selbstbestimmt zu gestalten. Schwerpunkte der „Transformation“ setzen die Projektpartner hierbei in den Bereichen Digitalisierung, Ökologie, Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Wandel und Inklusion.

Dabei werden rund 116.000 Studierende von einer „europäischen Ausbildung“ profitieren und gemeinsame Studienangebote und Plattformen nutzen können. Zudem wird den rund 18.500 Beschäftigten ein europäisches Arbeitsumfeld geboten, in dem die Mobilität zwischen den Hochschulen vereinfacht wird und Expertise und Ressourcen gebündelt werden.

Universitätspräsident Manfred Schmitt zeigte sich hoch erfreut: „Der europäische Geist wurde der Universität des Saarlandes bereits mit der Gründung als deutsch-französische Hochschule in die Wiege gelegt. Es ist uns seither ein großes Anliegen, überzeugte Europäerinnen und Europäer auszubilden. Gemeinsam mit unseren Partnern der ‚Universität der Großregion‘ sind wir bereits seit mehr als zehn Jahren Vorreiter im Bereich der grenzüberschreitenden europäischen Zusammenarbeit. Wir freuen uns nun, unsere langjährige Erfahrung aus diesem Verbund und aus Partnerschaften mit anderen internationalen Universitäten in die nun auch formell bestätigte T4E-Allianz einzubringen und gleichzeitig von den Früchten, die diese Kooperation tragen wird, zu profitieren.“

Gerade in der derzeitigen Corona-Pandemie sei es besonders wichtig, durch neue Formate den Studierendenaustausch zu ermöglichen. „Daher haben wir bereits in den vergangenen Wochen die Grundsteine für unsere Kooperation in der Lehre gelegt, damit die Studierenden der sieben Partnerhochschulen erste Online-Kurse gemeinsam nutzen können. Wir sehen damit in dieser Zusammenarbeit sowohl im Bereich innovativer Lehr- und Lernformate, als auch in Bezug auf Mobilität, Digitalisierung oder die stärkere Vernetzung mit regionalen Akteuren, ein großes Potential und sind uns sicher, dass die Auszeichnung als eine der ausgewählten ‚Europäischen Hochschulen dazu beiträgt, die Sichtbarkeit der Saar-Universität und damit auch des Saarlandes als internationaler Hochschul-Standort noch weiter zu stärken“, betont Universitätspräsident Schmitt.

Auch Ministerpräsident Tobias Hans beglückwünschte die Universität zu dieser Anerkennung: „Dieser Erfolg macht unsere Universität des Saarlandes mit ihren europäischen Themen weithin zu einem sichtbaren Leuchtturm in der europäischen und internationalen Hochschullandschaft. Gerade wir hier im Herzen Europas und in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Frankreich und Luxemburg wissen, wie komplex und zerbrechlich Europa sein kann, aber auch, wieviel Potenzial darin steckt. Unsere Jugend für eine Intensivierung der Kooperation und den Austausch in Europa zu begeistern und die richtigen Weichen zu stellen, ist mir ein sehr großes Anliegen. Unsere Hochschulen haben sich dem Aufbau Europas bereits seit vielen Jahren verschrieben und vielfältige Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für junge Europäer geschaffen.“

Die wichtigsten Ziele der Europäischen Hochschule "Transform4Europe":

1. Europäische Ausbildung
Den Studierende sollen im Rahmen der Allianz gemeinsame, interdisziplinäre und auf Europa ausgerichtete Studiengänge geboten werden, auf Bachelor- und Master-Ebene sowie in Form gemeinsamer Doktorandenprogramme. Digitale Transformation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Wandel werden hierbei als Themen der Schwerpunktbereiche in die Studienpläne mit aufgenommen.

2. Innovative Lehr- und Lernumgebungen
Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Förderung von forschungsorientiertem und ko-kreativem Lernen. In dem internationalen Netzwerk des Verbunds sollen Best-Practice-Beispiele das Lehren und Lernen verbessern helfen. Die Entwicklung innovativer, virtueller und gemischter Lernformen erhält hierbei einen besonderen Stellenwert. Die neuen digitalen Lernräume werden auch eine Online-Plattform umfassen, um allen jungen und älteren Personen aus den jeweiligen Regionen, die an Weiterbildung interessiert sind, offenzustehen.

3. Aufbau von unternehmerischem Knowhow für die Regionen
Die Partnerhochschulen wollen sich mit Akteuren aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen in ihren Regionen eng vernetzen, zum Beispiel durch Vorlesungsformate, mit denen Unternehmen und Praktiker in die Lehre eingebunden werden, oder durch Sommerschulen zu unternehmerischen und gesellschaftlichen Fragestellungen.  

4. Mobilität und europäischer Campus
Der Austausch von Studierenden und Beschäftigten innerhalb der Allianz soll gefördert werden, auch durch kurzfristige und flexible Mobilitätsprogramme und virtuellen Austausch als "Mobility at home"-Erfahrung. Die Anerkennung von Studienabschlüssen oder auch einzelnen Studieninhalten soll vereinfacht werden. Durch die gemeinsame Nutzung der Serviceangebote an allen Standorten soll ein „europäischer Campus“ entstehen.

5. Governance und Nachhaltigkeit
Die Verbundpartner wollen gemeinsame Governance-Strukturen einrichten, an denen akademisches und nicht-akademisches Personal sowie Studierende und regionale Interessenvertreter mitwirken. In den Bereichen Fundraising, Kommunikation und Mobilität soll es campusübergreifend eine enge Zusammenarbeit geben.


Weitere Informationen:
Pressemitteilung der Europäischen Kommission zu den „Europäischen Hochschulen“ finden Sie hier
Homepage der T4E-Allianz: www.transform4europe.eu