Dr.-Eduard-Martin-Preis für beste Doktorarbeit

Universitätsgesellschaft des Saarlandes zeichnet ehemalige Mitarbeiterin des Europa-Instituts mit Dr.-Eduard-Martin-Preis für ihre Doktorarbeit aus

Die Doktorarbeit von Desirée Schmitt, ehemalige Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Thomas Giegerich, gehört dieses Jahr zu den Besten. Desirèe Schmitt wurde für ihre Arbeit mit dem Titel: „Familienzusammenführung und Rechtsschutz in Deutschland und den USA – Eine rechtsvergleichende Betrachtung unter Berücksichtigung des Völker- und Europarechts“ am 14. Oktober 2020 in einer Online-Feierstunde von der Universitätsgesellschaft des Saarlandes e.V. als beste Doktorandin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät mit dem Dr. Eduard Martin-Preis 2020 ausgezeichnet.

Die ausgezeichnete Dissertation thematisiert die verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen materiell-rechtlichen und verfahrensrechtlichen Vorgaben zur Familienzusammenführung in den USA und in Deutschland.

Die Frage nach der staatlichen Ausgestaltung der Familienzusammenführung hat einerseits migrationssteuernde Bedeutung. Andererseits spiegelt sie Wertevorstellungen über die Familie, über die Bedeutung der Menschenrechte, Staatsangehörigkeit, Integration und der Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft wider. In der Dissertation geht die Autorin der Frage nach, ob bzw. welche materiellen und prozessualen Rechte einer einreisewilligen Person in einem Konsulat des Zielstaates auf ausländischem Territorium im Visumverfahren zustehen und welche Rechte der stammberechtigten Person in dem Zielstaat selbst zukommen. Die Beantwortung der Frage wird maßgeblich durch die Einbindung eines Staates in eine internationale bzw. supranationale Rechtsordnung bestimmt, weshalb ein besonderer Fokus auf dem Völkerrecht, dem Unionsrecht und dem europäischen Menschenrechtsregime liegt.

Die Doktorandin hat gerade ihr Zweites Juristisches Staatsexamen am LG Heidelberg abgeschlossen und ist zudem Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg.

Der Dr.-Eduard-Martin-Preis für die besten Doktorarbeiten wird seit 1963 vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten einen Geldpreis und eine Eulen-Statuette. Insgesamt wurden in diesem Jahr zwölf herausragende Doktorarbeiten aus allen Fakultäten durch die Universitätsgesellschaft des Saarlandes ausgezeichnet.

Die Dissertation von Desirée Schmitt erscheint demnächst beim Springer-Verlag: https://www.springer.com/gp/book/9783662614976