European Summer Course 2020 - Ein Bericht

50 Teilnehmer aus aller Welt, alles online und am Ende ein Abschied unter Freunden

Der European Summer Course 2020 mit dem Titel “The European Approach - Past - Present - Future" fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt und feierte sein kleines Jubiläum, indem er – aufgrund der aktuellen Corona-Situation – zum ersten Mal komplett online abgehalten wurde. Der ESC richtet sich an junge internationale Studierende, die Interesse an der Europäischen Union und ihren aktuellen Herausforderungen haben.

Der European Summer Course wird vom Europa-Institut organisiert in Zusammenarbeit mit der ASKO Europa-Stiftung (AES), der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) und dem Centre international de formation européenne (Cife). Unterstützt wird der ESC vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Auswärtigen Amt.

Der diesjährige ESC mit knapp 50 Teilnehmern aus der ganzen Welt, unter anderem aus Brasilien, Kanada und dem Iran, fand aufgrund der derzeitigen Lage komplett online stand. Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren, in denen der ESC präsent zwei Wochen an der Europäischen Akademie Otzenhausen stattfand, sahen sich die Organisatoren nun mit der Aufgabe konfrontiert, ein möglichst naturgetreues ESC-Feeling per Videokonferenz anzubieten. Nicht nur die Zeitverschiebung, sondern auch die Abendgestaltung oder unzureichende Internetverbindungen stellten die Organisatoren vor neue Herausforderungen, die nichtsdestotrotz gemeistert wurden. So wurde unter anderem ein Online-Pub Quiz organisiert, wahlweise mit Bier, Tee oder Kaffee (abhängig von der Uhrzeit vor Ort), es fand eine Tour durch unsere Region mithilfe von google maps statt und einige Dozenten suchten sich neue Orte, an denen die Internetverbindung einwandfrei funktionierte, wie zum Beispiel das Auto oder den Arbeitsplatz mit Blick auf’s Meer. Neue Situationen erfordern eben manchmal neue Lösungswege.  

Der erste Tag begann mit einer kleinen Kennenlernrunde durchgeführt von Christian Kiefer und Nicole Speer (EAO) und endete mit einem Vortrag von Dr. h.c. Doris Pack zum Thema „A European Success Story – 70 year of the Schuman Plan“. Dienstag und Mittwoch wurde der Focus auf „European Integration“ gelegt. Prof. Dr. Andreas Marchetti hielt im Zuge dessen einen Vortrag mit dem Thema „Goals and political priorities of the EU und simulierte im Anschluss mit den Teilnehmern interaktiv eine virtuelle Konferenz. Zum Abschluss des ersten Themenblocks fand eine Einführung von Sebastian Zeitzmann über die Europäischen Institutionen statt. Das Erlernte konnte anschließend beim virtuellen EU-Pub Quiz unter Beweis gestellt werden.

Weiter ging es mit dem Themenblock „European Politics“, welcher mit einem Vortrag über „Lobbying in Brussels“ von Prof. Dr. Anna-Lena Högenauer begann und dann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Quick über „Politics made in Brussels“ und anschließend Jürgen Stolzlechner („Getting started in Brussels“) abgerundet wurde. Die erste Woche endete mit dem Themenblock „EU Approach I: Digitalisation“, im Zuge dessen Prof. Dr. Oskar Gstrein und Taís F. Blauth zwei spannende Vorträge hielten über „Privacy in the Digital Age“ und „Regulation of Artificial Intelligence“. Abgerundet wurde die erste Woche durch eine digitale Sightseeing-Tour durch die SaarLorLux Region, geführt von Alexander Metternich (EAO), nach welcher viele Teilnehmer den Entschluss fassten, diese als ihr nächstes Urlaubsziel auszuwählen.

Die zweite Woche startete mit dem Themenblock „EU Approach II: Human Rights“. Prof. Dr. Giegerich trug zum Thema “Charta of Fundamental Rights of the EU and Human Rights Protection in Europe” vor. Anschließend fand eine Case Study zum Thema “Fighting Discrimination” unter der Leitung von Julia Jungfleisch und Laura Woll in kleineren Gruppen statt.

Das nächste Themengebiet „EU Approach III: Green Deal“ wurde eingeleitet von Dr. Marian Feist mit dem Thema „Climate Politics and Green Deal“. Anschließend sprach Guy Lentz über “From Rio to COVID 19: How the EU has positioned itself in Energy Transition and Decarbonisation”. “EU Approach IV: Accession and Withdrawal to the EU” behandelte insbesondere zwei Themen: “The Western Balkans Enlargement” (Dr. Neven Anđelić) and „Brexit” (Prof. Dr. Stephen Barber).

Der wohl aktuellste Themenblock „EU Approach V: Covid-19“ begann mit einer Einführung in „International Diplomacy and Negotiations“ und anschließender Case Study mit Prof. Dr. Yossi Mekelberg. Der vorletzte Tag des ESCs endete mit einem Vortrag von Dr. Franz-Werner Haas, CEO der Firma CureVac, der sich als Alumni des Europa-Instituts die Zeit genommen hat im Rahmen des ESCs einen Vortrag über die Forschung zum neuen Covid19-Impfstoff zu halten.

Der letzte Tag stand im Zeichen von „Migration & Humanitarian Crisis“ und beinhaltete zwei Diskussionsrunden über „European Migration Politics“ (Tilmann Lahann) und „Reforming EU Asylum Law“ (Prof. Dr. Clemens Ladenburger).

Der ESC richtete sich nicht ausschließlich an Studierende des Rechts und so wurde aus vielen verschiedenen Perspektiven ausführlich über ausgewählte Themen im Zusammenhang mit der Europäischen Union diskutiert. Trotz des Online-Formats beteiligten sich die Teilnehmenden rege und das Interesse an den dargestellten Themen war hoch.

Obwohl keine Online-Simulation an die Erfahrung herankommt, die ein solcher Summer Course mit sich bringt, war die Online-Durchführung doch sehr gelungen und bei der Verabschiedung hat es sich trotz der Distanz und der Übertragung per Videokonferenz angefühlt, als hätte man gerade zwei intensive Wochen mit Freunden verbracht. In dem Sinne möchte sich das Team des diesjährigen ESCs von Herzen bei allen teilnehmenden Studierenden und Vortragenden für ihr Engagement und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit in diesen schwierigen Zeiten bedanken!

Bericht von Jennifer Wassenberg