Neuer Film zum Festkolloquium für Professor Ress

Er hat die Entwicklung der Menschenrechte maßgebend beeinflusst und das Europa-Institut der Universität des Saarlandes wegweisend geprägt: Am Samstag, dem 18. Januar, lud das Europa-Institut zu einem wissenschaftlichen Festkolloquium für seinen langjährigen Direktor Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Georg Ress ein, nun gibt es dazu einen kleinen Film mit Eindrücken.

Der ehemalige Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und Professor für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht der Universität des Saarlandes hat am 21. Januar seinen 85. Geburtstag begangen.

Eindrücke von dem Kolloquium finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=aPrf1b6ra7w

Das von der Montan-Stiftung Saar geförderte Kolloquium behandelte aktuelle Fragen aus dem internationalen Medien- und Wirtschaftsrecht sowie des Menschen- und Völkerrechts. Die Vorträge namhafter Expertinnen und Experten befassten sich mit Themen wie dem Schutz freier Kommunikationsräume in der digitalen Welt, der zunehmenden Bedrohung der Meinungsfreiheit durch Private oder der wehrhaften Demokratie 4.0. Entwicklungen und Streitfragen im Wirtschaftsrecht wurden ebenso beleuchtet wie das Spannungsverhältnis von Menschenrechten und nationalem Aufenthalts- und Sozialrecht am Beispiel der Istanbul-Konvention, der Wandel des Konzepts der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten oder die wechselseitige Verantwortung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Zur Person

Georg Ress war ab 1977 Professor für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität des Saarlandes und von 1998 bis 2005 Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Als Direktor des Europa-Instituts prägte er zwei Jahrzehnte dessen internationales Profil und begründete den Aufbaustudiengang „Europäische Integration“, heute „Europäisches und Internationales Recht“. Der Masterstudiengang genießt hohes internationales Renommee. Mehr als 5.500 Studierende haben ihn erfolgreich durchlaufen und sind nun in europäischen und internationalen Institutionen, international ausgerichteten Anwaltskanzleien, Unternehmen sowie nationalen Regierungen und Verwaltungen in leitenden Positionen tätig. Das Europa-Institut besteht auf dem Saarbrücker Campus seit 1951 und ist das zweitälteste Institut seiner Art in Europa.

Georg Ress wurde am 21. Januar 1935 in Berlin geboren. Er studierte an den Universitäten Berlin und Wien und wurde in Wien in Staatswissenschaften und in Heidelberg in Jura promoviert. Er war wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg und arbeitete später im Justizministerium in Rheinland-Pfalz und am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. 1977 erhielt er einen Ruf als Ordinarius für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität des Saarlandes.

In vielfältiger Weise hat sich Ress für die wissenschaftliche Gemeinschaft engagiert und gehörte von 1980 bis 1998 dem völkerrechtswissenschaftlichen Beirat des Auswärtigen Amtes und von 1994 bis 1999 der Europäischen Kommission für Menschenrechte in Straßburg an. 1998 bis 2005 wirkte er als Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Professor Ress ist Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In der akademischen Selbstverwaltung agierte er unter anderem als Vorsitzender des Konzils und zwischen 1966 bis 1988 als Erster Vizepräsident der Universität des Saarlandes.

Nach seiner Saarbrücker Emeritierung war Ress Gastprofessor an der Donau-Universität Krems und hat seit 2006 die Stiftungsprofessur „International Law“ an der Jacobs University Bremen inne. Gastvorträge führten ihn an Universitäten in Finnland, Frankreich, Italien, USA, Großbritannien, Österreich, Japan, China, Griechenland, Polen und Südafrika.

Zahlreiche hohe Auszeichnungen und Ehrungen würdigen seine Verdienste. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Keio (1992), Paris Descartes (Paris V) (1992) und Edinburgh (2000) und Träger des Goldenen Ehrenkreuzes der Republik Österreich, des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse sowie des Großen Bundesverdienstkreuzes. 2018 erhielt er den Saarländischen Verdienstorden.