Modernising European Legal Education (MELE)


EU vergibt Erasmus-Prestigeprojekt "Strategische Partnerschaft" an das Europa-Institut der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes und fördert das Projekt "Modernising European Legal Education" (MELE) des Europa-Instituts mit rund 450.000€ über einen Förderzeitraum von 3 Jahren.

Gemeinsam mit acht weiteren europäischen Partnern, den Universitäten von Belgrad (Serbien), Zagreb (Kroatien), Skopje (Nordmazedonien), Cadiz (Spanien), Vilnius (Litauen), Groningen (Niederlande), der Regent’s University London (Vereinigtes Königreich) sowie dem South Eastern European Law School Network, erhielt das Projekt "Modernising European Legal Education" von Prof. Dr. Thomas Giegerich, Direktor des Europa-Instituts, die Förderzusage der Europäischen Unionfür das Projekt "Modernising European Legal Education" (MELE). "Wir sind sehr erfreut, dass die Auswahlkommission unseren Projektantrag und die dahinterstehende Idee als innovativ und förderfähig befunden hat. Gemeinsam mit unseren Partnern sehen wir der spannenden und wichtigen Arbeit in den nächsten drei Jahren mit Vorfreude entgegen", so Prof. Dr. Thomas Giegerich, Leiter des Projekts. Ziel des Projektes ist es, junge Studierende der Rechtswissenschaft für den europäischen Arbeitsmarkt vorzubereiten und mit dem nötigen interdisziplinären und grundlegenden Rüstzeug für eine digitale und vielfältige Zukunft auszustatten.


Laufzeit:                             3 Jahre, 01.09.2020 bis 31.08.2023

Förderprogramm:           Eramus+, KA203 Strategische Partnerschaft

Fördersumme:                 423.388,00€

Konsortium:

  • Universität von Belgrad, Rechtswissenschaftliche Fakultät (Serbien)
  • Universität von Zagreb, Rechtswissenschaftliche Fakultät (Kroatien),
  • Ss. Cyril and Methodius University in Skopje, Iustinianus Primus Faculty of Law (Nordmazedonien),
  • Universität von Cadiz, Rechtswissenschaftliche Fakultät (Spanien),
  • Mykolas-Romeris-Universität in Vilnius, Rechtswissenschaftliche Fakultät (Litauen),
  • Rijksuniversiteit Groningen, Campus Fryslân (Niederlande),
  • Regent’s University London (Vereinigtes Königreich)
  • South Eastern European Law School Network, SEELS (Nordmazedonien)

Assoziierter Partner: The European Network for Clinical Legal Education (ENCLE)


Ziel des Projekts

Die Konsortialpartner von MELE beabsichtigen, die transversalen Kompetenzen und akademischen Fähigkeiten der Studierenden zu verbessern, indem sie die Lehrfähigkeiten des akademischen Personals aller Konsortialpartner verbessern. Darüber hinaus soll das Projekt auch das Bewusstsein für Querschnittsthemen wie Genderfragen, Green Deal und Klimawandel, Digitalisierung und Multi-Level-Governance für das Rechtsstudium schärfen. 

Effektive Bildungs- und Berufsausbildungssysteme sind die Eckpfeiler für gerechte, offene und demokratische Gesellschaften und für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung. In diesem Zusammenhang wird zunehmend in Frage gestellt, ob die Ausbildungs- und Lehrmethoden, insbesondere im Bereich der Rechtswissenschaften, noch zeitgemäß sind, um den Bedürfnissen des Berufsstandes gerecht zu werden. Gegenwärtig werden die Studenten in sehr traditionellen Methoden ausgebildet, die sich ausschließlich auf juristisches Wissen und nicht darüber hinaus konzentrieren. Und dies, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass eine zunehmende Zahl von Absolventen höchstwahrscheinlich nicht in traditionellen juristischen Berufen arbeiten wird. Daher sind zusätzliche Kompetenzen und Fähigkeiten erforderlich, um eine hohe Beschäftigungsfähigkeit der Jurastudenten zu gewährleisten. Dieser Bedarf wurde durch die Globalisierung des Rechtsanwaltsberufs und den gestiegenen Bedarf an Verständnis für Querschnittsthemen, z.B. Multi-Level-Governance, Green Deal und Klimawandel, sowie durch die globale Digitalisierung der Gesellschaften und die Automatisierung von Rechtsverfahren ausgelöst. Darüber hinaus wird das Arbeitsumfeld national ausgebildeter "traditioneller" Juristen in Zukunft erheblichen Veränderungen unterliegen, die von einer steigenden Zahl von Ansprüchen und computergestützten Verfahren bis hin zu komplexen internationalen Fällen, die mehrere Gerichtsbarkeiten umfassen, reichen. Diese Veränderungen auf dem traditionellen juristischen Arbeitsmarkt erfordern eine Überprüfung der juristischen Ausbildungsansätze und Lehrmethoden, um sicherzustellen, dass die Absolventen auf solche neuen Herausforderungen vorbereitet sind. Die Durchführung der juristischen Ausbildung erfordert eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit den Anforderungen und Bedürfnissen des heutigen globalen, insbesondere europäischen, Arbeitsmarkts.


Maßnahmen innerhalb des Projektes zur Zielerreichung

Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt MELE vier Ergebnisse:

  • eine Erhebung über die Vermittlung von transversalen Kompetenzen in den Rechtswissenschaften (O1), um den aktuellen Stand einschließlich der transversalen Kompetenzen im bestehenden Lehr- und Lernbetrieb zu analysieren und als Grundlage für die Entwicklung des intellektuellen Outputs "Methodenbaukasten" (O3) zu dienen;
  • ein Online-Kurs für akademische Fähigkeiten im europäischen und internationalen Kontext (O2), der dazu dienen soll, Studierenden und Doktoranden die notwendigen Fähigkeiten für wissenschaftliche Forschung und Arbeit mit europäischem und internationalem Hintergrund zu vermitteln;
  • eine Method-Toolbox für neue und innovative Lehrmethoden und transversale Kompetenzen (O3), die Handreichungen und Beispiele für neue und innovative Lehrmethoden, wie z.B. juristische Kliniken und Moot-Szenarien, zusammenstellt, die die Lehrfähigkeiten des akademischen Personals verbessern. Diese Toolbox wird dem Lehrpersonal die notwendigen Lehrfähigkeiten für transversale Kompetenzen vermitteln, wodurch die Fähigkeiten der Studierenden verbessert und ihre Beschäftigungsfähigkeit gestärkt wird.
  • eine Publikation "Law and beyond", die die Verbindungen von Querschnittsthemen für die juristische Lehre und Forschung (O4) erläutert und neue Forschungsfelder für Rechtswissenschaftler eröffnet.

LTT (Learning, Teaching, Training)-Aktivitäten im Rahmen des Projekts

MELE wird durch die Durchführung von vier LTT (Learning, Teaching, Training)-Aktivitäten unterstützt.

  • Der Workshop für den Online-Kurs (LTT1) wird Lehrkräfte in den notwendigen Grundlagen für die Gestaltung eines attraktiven, didaktisch fundierten und innovativen Online-Kurses ausbilden. Darüber hinaus bietet er Möglichkeiten, die Struktur dieses Kurses zu diskutieren.
  • Die Veranstaltung "Train the Trainers" (LTT2) wird einen Überblick über relevante transversale Kompetenzen und deren Anwendung in der juristischen Lehre geben. Zudem wird sie die Lehrpersonen mit verschiedenen innovativen Lehrmethoden vertraut machen, die in den Methodenbaukasten integriert werden können.
  • Die erlernten Methoden werden in der Summer School (LTT3) getestet, so dass die teilnehmenden Studierenden in transversalen Kompetenzen geschult werden.
  • Schließlich werden im Workshop/Konferenz „Cross-cutting topics in legal studies” (LTT4) Querschnittsthemen im juristischen Kontext, einschließlich einer Publikation, diskutiert.

All diese Aktivitäten werden durch Öffentlichkeitsarbeit aller Konsortialpartner und vier Multiplikatorenveranstaltungen begleitet, die die Ergebnisse anderen akademischen Institutionen, Interessenvertretern im Bildungssektor und anderen interessierten Parteien präsentieren werden.

MELE richtet sich an Lehrkräfte, insbesondere an junge Akademiker, Studenten und Doktoranden aller Konsortialpartner. Das Projektkonsortium besteht aus neun verschiedenen Partnern aus ganz Europa mit Fachkenntnissen in den entsprechenden Bereichen. Die transeuropäische Zusammensetzung garantiert einen breiten Horizont, vielfältige Ansätze in der Lehre und unterschiedliche rechtliche Hintergründe sowie vielfältige Fachkenntnisse.

MELE schafft für alle Konsortialpartner und darüber hinaus ein Forum und Netzwerk für den Austausch und die Verbesserung von Ideen, Erfahrungen und bewährten Praktiken für innovative Lehre und Forschung, insbesondere im Hinblick auf transversale Kompetenzen und Querschnittsthemen.                                                                                                                                         

Detaillierte Informationen folgen in Kürze.