Geschichte
Das Europa-Institut ist 1951 an der Universität des Saarlandes gegründet worden. Lange vor Unterzeichnung der Römischen Verträge war es damit die zweite Einrichtung dieser Art in Europa.
Es sollte "Krone und Symbol der gesamten Universität" sein, einer Universität, die unter Verschmelzung deutscher und französischer Bildungstraditionen unter der Ägide Frankreichs und der Universität Nancy 1948 eröffnet wurde und Robert Schumann zu ihren ersten Besuchern zählte. Der zweite Rektor Joseph-Francois Angelloz und erster Direktor des Europa-Instituts proklamierte sie im November 1950 zur "europäischen Universität".
Europäischer Charakter
Das Europa-Institut, zu dessen ersten Professoren der bekannte französische Politiker, Wissenschaftler und Pionier der Europa-Bewegung André Philip zählte, wurde zunächst als fakultätsunabhängiges Universitätsinstitut eingerichtet. Angeboten wurde ein zweijähriger Studiengang, der bei erfolgreicher Teilnahme im ersten Jahr mit einem Diplom und im zweiten Jahr mit einem Diplom über Europäische Studien abgeschlossen werden konnte. Außerdem war es möglich, sich noch ein weiteres Jahr ausschließlich der wissenschaftlichen Forschungsarbeit zu widmen und am Institut zu promovieren.
Von den schönen Künsten...
Zu Beginn waren fast alle "europäischen Disziplinen" Gegenstand des Studiums und so lag der Schwerpunkt in den beiden Anfangsjahren 1951 und 1952 auf vergleichender Literaturwissenschaft, Philosophie, Geschichte und Musikwissenschaft; gleichzeitig waren schon rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Studien Teil des Programms. Bedingt durch die fortschreitende Integration der Europäischen Gemeinschaften wurde die juristische und politische Dimension der Ausbildung am Europa-Institut zunehmend verstärkt.
... zu Recht und Ökonomie
Entsprechend der Entfaltung der Europäischen Gemeinschaften wuchs auch die Bedeutung des Europa-Instituts. Mit der Einrichtung und Angliederung der diplomatischen Sektion an das Institut im Jahr 1953 trat ein organisatorischer Wandel ein. Aufgabe dieser Sektion war es Studierende auszubilden, die im damals politisch teilautonomen Saarland die diplomatische Laufbahn einschlagen oder in den Verwaltungsdienst eintreten wollten. Daneben etablierten sich in der Folgezeit die juristische Abteilung, die Kulturabteilung, die wirtschaftswissenschaftliche Abteilung sowie die eigene Sprachenabteilung.
Mit dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland übernahm die Universität des Saarlandes 1957 das deutsche Universitätssystem.
Das bis dato eher kultur- und literaturwissenschaftlich ausgerichtete Europa-Institut wurde ein stärker an der Juristerei und Ökonomie orientiertes Europäisches Forschungsinstitut, das zum Wintersemester 1957/58 seinen Lehrbetrieb aufnahm. Mitte der sechziger Jahre wurde das Studienprogramm zu einer einheitlichen Ausbildung zusammengefasst. Der Schwerpunkt lag auf den spezifischen Problemen der europäischen Integration, ihren Instrumenten und Methoden. Kern des Programms waren juristische Lehrveranstaltungen, die durch historische, politische und ökonomische Unterrichtsveranstaltungen ergänzt wurden.
1980 richtete der Fachbereich Rechtswissenschaft den Aufbaustudiengang "Europäische Integration" ein, den es seit dem Studienjahr 2007/2008 auch auf Englisch gibt. Die Leitung des Instituts wurde zunächst Prof. Dr. Dr. Georg Ress und Prof. Dr. Michael R. Will übertragen. 1991 wurde Prof. Dr. Torsten Stein aus Heidelberg und 1999 Prof. Dr. Werner Meng aus Halle zu Direktoren des Instituts berufen.



Deutsch
English